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endlichschwanger.de - Schwangerschaft, Geburt und danach

Artikel vom 02.11.2007 aus der Rubrik Geburt

Folgen eines (Wunsch)Kaiserschnitts - oft unterschätzt!

Schwangere wünschen sich immer häufiger einen Kaiserschnitt. Dabei ist die Angst vor stundenlanger Wehen der am häufigsten genannte Grund für diese Entscheidung. Nicht verwunderlich: Verspricht doch der Wunschkaiserschnitt eine schnelle, planbare Geburt ohne Wehenschmerzen. Doch die Risiken und Folgen der Operation werden oft unterschätzt!

Geplante Kaiserschnitte (auch Wunschkaiserschnitte) werden meist zehn bis 14 Tage vor dem errechneten Termin durchgeführt. Doch erst in den letzten drei Wochen vor der Geburt steigt beim Ungeborenen das Hormon Cortisol stark an. Dieses Hormon löst zwei wichtige Prozesse aus – die Lungen des Kindes reifen weiter aus und es signalisiert der Mutter, dass es nun für die Geburt reif wird. Im Mutterkuchen löst das Hormon eine wahre Hormonkaskade aus, damit die Wehen beginnen. Diese beiden Prozesse werden bei einem geplanten als auch bei einem Wunschkaiserschnitt empfindlich gestört.
Nicht selten haben Kaiserschnittbabys Atemstörungen und müssen vorübergehend intensivmedizinisch überwacht werden. In der Regel sind diese Anpassungsprobleme nicht lebensbedrohlich, dennoch sind sie für ein Baby kein wünschenswerter Start ins Leben.

Nach einer vaginalen Geburt lässt der Schmerz schnell nach und ist schon meist innerhalb kurzer Zeit fast ganz verschwunden. Jedoch für eine Mutter mit einer Schnittentbindung, beginnen die Schmerzen erst nach der Operation. Die ersten Tage nach der Geburt sind sehr anstrengend. Das Baby liegt neben Dir im Bett – so nah und doch so fern – Du kannst es zunächst nur mit Hilfe anderer Personen zu Dir in den Arm holen. Stehen und laufen fällt schwer und der Schnitt bedarf viel Pflege und Aufmerksamkeit. Nicht selten schauen "Kaiserschnitt-Mütter" die ersten Tage dem Personal beim Wickeln ihres Babys zu – dabei würden sie es viel lieber selbst versorgen.

Beim Wunschkaiserschnitt werden Gebärende mit dem Verzicht auf eine natürliche Geburt zu Patientinnen. Vor allem langfristig riskieren sie dabei ihre Gesundheit, denn jede Narbe bildet Verwachsungen, welche zu späteren Komplikationen führen können.
Eine weitere Operation wird durch jede bereits vorhandene Narbe schwieriger und risikoreicher. Vor allem sehen Forscher ein langfristiges Problem, wenn diese Frauen in zwanzig oder vierzig Jahren operiert werden müssen, da sie dann ein viel höheres Risiko haben – und das nur, weil völlig ohne Grund ein Kaiserschnitt auf Wunsch gemacht wurde.

Der (Wunsch)Kaiserschnitt ist auf jeden Fall nicht der sichere und bequeme Weg der Geburt. So empfiehlt die WHO eine Kaiserschnittrate von 10 Prozent jährlich – mit über 23 Prozent liegt Deutschland schon weit über dieser Empfehlung.
Während die Geburtenzahlen jedes Jahr sinken – steigen die Zahlen für Kaiserschnitte!

Annett Matiran

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