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Artikel vom 19.11.2007 aus der Rubrik Schwangerschaft

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) gehört zu den invasiven Methoden der Pränataldiagnostik und ist das älteste dieser Verfahren. In Deutschland werden 96% aller Kinder gesund geboren – nur bei 4% sind Auffälligkeiten festzustellen (sowohl leichte kosmetische als auch schwere Behinderungen). Da es eine 100prozentige Entdeckungsrate nicht gibt, sollte man das Für und Wider eines solchen Eingriffes und seine möglichen Konsequenzen sehr gut überdenken!

Das Fruchtwasser dient dem Ungebornen als mechanischen Schutz, gewährt ihm Bewegungsfreiheit, schützt es vor Infektionen und Temperaturschwankungen, transportiert seine Ausscheidungen ab und polstert es gegen Stöße und Kontraktionen der Gebärmutter. Es besteht größtenteils (circa zu 98%) aus purem Wasser, welches vom Organismus der Mutter geliefert wird. Den Rest mit etwa 2 Prozent bilden der Urin und abgestoßene Hautzellen des Föten. Im Fruchtwasser sind Nährstoffe und Hormone aus dem Mutterkuchen gelöst. Es schmeckt leicht süßlich und ist farblos. In der 9. Schwangerschaftswoche haben sich etwa 5-10 ml gebildet – die Menge steigt bis zur 36. Schwangerschaftswoche auf circa 1-1,5 Liter an.

Eine Fruchtwasseruntersuchung kann man frühestens in der 15.-17. SSW durchführen. Hierbei können Chromosomenauffälligkeiten entdeckt werden – jedoch keine Stoffwechselerkrankungen oder geistige Behinderungen.

Dieser Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und unter ständiger Ultraschallkontrolle, damit das Kind oder der Mutterkuchen nicht verletzt werden. Mit einer sehr dünnen Punktionsnadel sticht man durch die Bauchdecke in die Fruchtblase und entnimmt circa 10-20 ml des Fruchtwassers. Das winzige Punktionsloch schließt sich von allein. Die im Fruchtwasser schwimmenden Zellen des Ungeborenen werden vom Labor herausgefiltert und vermehrt und – sobald genügend davon da sind – auf Chromosomendefekte untersucht. In der Regel liegt nach zwei Wochen das Ergebnis vor. Die Fruchtwasserentnahme erfolgt ambulant und ist nur mit geringen Schmerzen verbunden.

Die lange Auswertungsdauer und erst relativ spät erfolgende Fruchtwasserentnahme sind der große Nachteil dieses Verfahrens. Denn entscheidet man sich aufgrund des Ergebnisses für einen Abbruch, so erschwert das fortgeschrittene Stadium der Schwangerschaft dessen Durchführung, da dieser um so einfacher und sicherer ist, je früher er vollzogen wird.

Wie jeder Eingriff ist auch die Amniozentese mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Fehlgeburtsrate liegt bei 0,5-1,0%. Sehr selten kann es zu Komplikationen wie Schmierblutungen, Kontraktionen der Gebärmutter, Eihautentzündungen oder –ablösung oder gar zur Verletzung des Fetus kommen.

Tipp: Bevor Du einer pränatalen Untersuchung zustimmst, informiere Dich gut und lass Dich von unabhängigen Beratungsstellen zum Für und Wider eines solchen Eingriffes aufklären! Überlege Dir, was Du tun würdest, wenn bei der Untersuchung eine Behinderung Deines Babys festgestellt würde und sprich mit Deinem Partner darüber.

Annett Matiran

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